Trends-
  
                                                                                                              Untergang des Individualismus!?

Ich möchte hier absolut keine Hexenjagt gegen Trends veranstalten.
Ich möchte nur dafür plädieren, dass wir uns von den Zwängen befreien, Trends folgen zu müssen koste es was es wolle. Es kostet meistens Lebensfreude und im Extremfall, bei entsprechendem Trend, auch die Gesundheit (Essstörungen etc.). Lösen wir uns von dem Zwang. Durch Selbstvertrauen und mit einem starken Selbstwertgefühl schaffen wir uns die Basis, wenn wir einem bestimmten Trend folgen wollen, diesem durch unsere ureigene und auf unsere Persönlichkeit abgestimmte Interpretation, neue individuelle Nuancen zu geben.

Ich will ermutigen, zu seiner eigenen Persönlichkeit zu finden/stehen und diese dann auch voller Stolz zu leben. Jeder könnte, wenn er sich selbst überzeugt und diese Überzeugen unanzweifelbaren Selbstverständlichkeit vertritt, seinen eigenen Trend schaffen. Ich bin immer begeistert, wenn ich auf Menschen treffe, die völlig konträre Ansichten und Meinungen vertreten, das eröffnet mir immer wieder die Möglichkeit, neue Perspektiven zu erfahren und die eigenen Ansichten zu überdenken, denn nur so können wir unseren eigenen Horizont ständig erweitern, indem wir versuchen, von anderen zu lernen.

Ändern wir die Betrachtungsweise von Trends.
Lernen wir einen Schritt zurückzugehen, um einen Überblick zu bekommen und stehen wir dann auch zu unserer Erkenntnis.
Ein Trend verbreitet sich irrwitziger Weise durch blindes Vertrauen (selbst seinem Partner bringt man oft erheblich weniger Vertrauen entgegen), die anderen werden es schon wissen und ich will dazu gehören. Komischerweise hatten die anderen vorher genau den gleichen Gedankengang. Wenn dann irgend jemand mal nachfragt, wer diesen (oft unbeschreiblich idiotischen) Trend kreiert hat, schaut jeder den anderen an und es kommt zu der üblichen Situation, die wir oft in unserem Leben erleben: Ich dachte du hättest; nein und ich dachte du und so weiter und sofort. Ein Schaf rennt los und weiß nicht warum und alle anderen rennen hinterher, weil sie denken, das eine wird es schon wissen. Ich will hier keinen beleidigen, dies soll nur ein Hinweis auf unsere eigene Herkunft sein, die uns hilft, unser Handeln zu verstehen. Die Schafe glauben, das eine hat eine Gefahr erkannt und reagiert entsprechend. Also macht es für die anderen Sinn, automatisch hinterher zu rennen, um sich in Sicherheit zu bringen.  
Unsere Industrie macht sich genau dieses Verhalten zum Absatzgaranten Nummer eins. Und wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, wissen wir auch, dass es wunderbar funktioniert.
Es stellt sich also nur die Frage, warum wir dieses Wissen nicht nutzen.

Trends werden von Menschen kreiert, die dreist behaupten Ihre Ansichten sein die Richtigen und die aller anderen falsch.
Dies tun diese mit einer Selbstverständlichkeit, dass viele  kaum daran zu zweifeln wagen und schon sitzen sie sprichwörtlich in der Trendfalle. Da in uns allen Zweifel und Unsicherheit stecken, wir alle geliebt werden wollen, sind wir schnell verleitet. jemandem zu glauben, der uns verspricht: wenn du dies tust, gehörst Du zu uns, den (vermeindlichen) Gewinnern.

Schlüsselwort  Trend:
Angleichen bis zum Exzess, Aufgabe der Individualität um einem wahllos vorgegebenen Trend zu folgen, einem Trend, der, man sehe und staune, in der überwiegenden Mehrheit von Menschen kreiert wird, die diesem in keinster Weise entsprechen. Desingner/inen mit Kleidergrößen bis zu 48 und mehr kreieren Fashion Mode in Größe 34/36 und katapultieren sich damit selbst in das „Mode Aus". (ach ne Quatsch die sind dann ja Urban oder sowas!!)
Visagisten, die aussehen als wenn Sie seit Tagen nicht mehr geschlafen haben, und Hairstylisten die das Wort Bürste oder Kamm anscheinend  nie gehört haben, arbeiten hart daran, uns klar zu machen, dass wir nicht dem Trend entsprechen und Lebensfreude nur durch eine erfolgreiche Anpassung erreicht werden kann.
Beim Anblick der Szenen hinter der Bühne einer Modenschau müßte man doch unweigerlich an The Beauty and the Beast denken, absolut untrendige Menschen arbeiten an dem Trend der anderen von morgen. Diese Personen behaupten wiederum oft von sich, Sie seien extravagant und/oder Künstler oder was auch immer und könnten sich deshalb diese Trendlosigkeit erlauben.

?Indivudalisten mit besonderen Gaben?
Richtig, genau das sind sie und sie haben uns oftmals etwas voraus: Sie glauben an sich.
Das wiederum ist auch schon der einzige Unterschied, denn wir alle sind Individualisten mit besonderen Gaben, ob wir diese nun gerade verdrängen oder nicht, sie sind uns inne und wir bekommen sie auch nicht los.
Es braucht nur manchmal jemanden, der uns hilft, sie zu erkennen, oder uns diese sprichwörtlich in Form von Bildern vor Augen hält.
Hören wir doch einfach einmal auf, wenn auch nur für die Zeit einer Fotosession, uns permanent mit den Dingen anderer zu beschäftigen und lassen wir uns einfach einmal selbst zu.
Das Risiko ist so unglaublich gering, dass wir uns absolut vor nichts fürchten müssen. Danach kann sich jeder wieder dafür entscheiden, den alten Weg zu gehen, oder aber er nutzt die Chance und die mit größter Wahrscheinlichkeit gewonnenen neuen positiven Eindrücke und beschreitet von nun an einen neuen Weg.

Schönheitstrends im Speziellen:
Unterstützt wird dieser Wahn durch die entsprechende Fotografie. Durch den Einzug des digitalen Zeitalters sind auch die Grenzen einer Retusche aufgehoben worden. Sein wir doch mal ehrlich, wer geht wirklich davon aus, wenn ein Foto-Modell so makellos schön erscheint, das ein Visagist Stunden dafür hart gearbeitet hat alles individuelle und charakterisierende aus einem ehemals schönen Gesicht zu entfernen. Danach legt der Grafiker am Computer eine extra Schicht ein, um das manuell nicht zu retuschierende in „Ordnung" zu bringen (ich möchte aber hervorheben, es gibt auch sehr schöne, natürliche Werbefotos).
Für Menschen ohne anatomisches Studium (sind wir das nicht fast alle) stellen die Bilder auf den Titelseiten und in den Magazinen die „Realität“ dar.

Eine Realität ohne Bäuche, Hüftfalten, Beugefalten, Achselfalten, Grübchen, Krähenfüßen, Lachfalten, mit exakt großen Brüsten, runden Hintern selbst wenn darauf gesessen wird, lange Beine sind plötzlich 30 cm länger wie der Oberkörper, um nur einiges zu nennen. Menschen, die wenn sie so existieren müssten, als behindert gelten würden, da sich ihre Körperhaltung und die Bewegungsspielräume dermaßen einschränken würden.
Auf der anderen Seite müssen wir natürlich auch die Fotodesinger verstehen: In der unüberschaubaren Werbewelt wollen diese sich durch irgendetwas von den anderen Unternehmen unterscheiden und das um jeden Preis, da ihre Auftraggeber eine optimale Produktplatzierung wünschen. Anders wären viele dieser Fotos nicht zu erklären, der Effekt des Eye Catching (Blickfang) ist meist gegeben, jedoch eher durch abstruse Bilder und entstellte Modelle als durch den Effekt des Verzauberns und Bezirzens.
Läst man das nun außer acht und vergleicht sich nun mit den unerreichbaren, digital erstellten Körpern, so ist das Versagen, diesen Körper je zu erreichen, bereits vorprogrammiert. Jetzt möchten viele in der Realität diesem Trend entsprechen und Inn sein. Doch glücklicherweise gibt es noch keine entsprechende virtuelle Realität, die es uns ermöglicht, computerüberarbeitet unserer Umwelt entgegen zu treten (obwohl unsere Gesellschaft bereits auf dem Trip, Fortschritt um jeden Preis, ist).
Ich habe in den vielen Jahren des Fotografierens großartige Menschen kennen gelernt, denen leider ein großer Teil der Lebensfreude durch diese Trendsetterei verlorengegangen war.

                                            Wer seiner Intuition folgt, auf sein Selbstvertrauen baut, sich gut dabei fühlt, der folge dem Trend seiner Wahl.

                                                                                                                                  Martin Krämer
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